„Hungerharke“ und „Rosinenbomber“ – Das Luftbrückendenkmal in Berlin

In einer Parkanlage am Platz der Luftbrücke, vor dem ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof, steht das Luftbrückendenkmal. Es erinnert an die Zeit der Blockade der Stadt 1948/49, als West-Berlin monatelang nur aus der Luft versorgt wurde. Für mich als gebürtigen West-Berliner ist dieses Denkmal aber mehr als nur ein Kapitel im Geschichtsbuch. Es steht auch für das, was ich mit dem alten West-Berlin verbinde: Trotz, Pragmatismus und eine Portion Humor, wenn es brenzlig wird.

Luftbrückendenkmal auf dem Platz der Luftbrücke vor dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin

Die drei Spitzen des Denkmals symbolisieren die Luftkorridore, über die die Versorgung der Stadt während der Blockade lief. Im Berliner Volksmund bekam das Denkmal deshalb schon bald einen eigenen, sehr direkten Namen: „Hungerharke“.

Seitliche Ansicht des Luftbrückendenkmals mit starkem Schattenwurf auf dem Boden
Luftbrückendenkmal in seitlicher Perspektive vor Bäumen bei hellem Tageslicht

Beim Anflug auf Tempelhof warfen einige Piloten kleine Fallschirme aus den Maschinen, an denen Süßigkeiten hingen – sehr zur Freude der West-Berliner Kinder. Wegen dieser Geste hießen die Versorgungsflugzeuge bei den Berlinern bald „Rosinenbomber“.

Frontalansicht des Luftbrückendenkmals mit drei aufragenden Pfeilern

Als ich diese Bilder aufgenommen habe, war Deutschland längst wiedervereinigt.

Und doch wirkt dieser Ort für mich bis heute wie ein Stück des alten West-Berlins.


Schwarzweiß ist nicht Mangel an Farbe, sondern eine bewusste Entscheidung. Wenn Farbe verschwindet, bleiben Licht, Struktur und Stimmung – und manchmal ein anderer Blick auf das Vertraute.
Alle Beiträge der Serie Schwarzweiss —>


Bildbeiträge entdecken —>

Orte und Themen entdecken —>


Meine Bilder bei Flickr —>

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

11 Kommentare zu „„Hungerharke“ und „Rosinenbomber“ – Das Luftbrückendenkmal in Berlin“

  1. Wolfgang Schiele

    Hallo Richard,
    leider kann ich auf Deiner Seite seit geraumer Zeit keine Likes mehr eintragen – aber nichtsdestotrotz finde ich viele Fotos sehr gelungen und die Kommentare äußerst hilfreich.
    Schönen Vatertag und alles Beste
    Wolfgang

    1. Hallo Wolfgang, vielen Dank für das Lob zu meinen Bildern. Den Like-Button habe ich auf der Website abgeschaltet, weil ich ihn als optisch störend empfinde. Likes zu den Beiträgen können ja weiterhin noch im WordPress-Reader geklickt werden, sie werden halt nur nicht mehr unter den Beiträgen angezeigt. Ich wünsche Dir auch einen schönen Feiertag und freue mich, wenn Du weiterhin meine Website besuchst – auch ohne Like-Button.

    1. Die Bilder sind gute 10 Jahre alt – so lange war ich schon nicht mehr dort. Ist ja auch nicht unbedingt ein heißer Ausflugstipp, drumherum ist ja nicht viel interessantes zu sehen.

  2. Gut hundert Meter weiter habe ich jahrzehntelang gewohnt. Deshalb weiß ich auch, daß der richtige Name Hungerharke ist. Man sieht ja auch eine stilisierte Harke und keinen Haken. 😉

Nach oben scrollen