Nach der Aussicht vom Tronketurm ging unsere Wanderung weiter, zum Weinfelder Maar. Das ist von hier nur rund anderthalb Kilometer entfernt.
Diese kurze Distanz bedeutete aber nicht, dass wir besonders schnell vorankamen. Hier lag das aber nicht an steilen Wegen, sondern einfach an der Umgebung. Weite Wiesenlandschaft mit einzelnen Baumgruppen und immer wieder ein weiter Blick über die Landschaft. Es gibt ständig etwas zu sehen – da kann man schon mal ein wenig bummeln.
Einige Dutzend Bilder später kamen wir dann aber doch am Weinfelder Maar an. Während das Gemündener Maar von dichtem Wald umgeben ist, ist dieses Maar ganz anders. Eingebettet zwischen Wiesen und Feldern in offener Landschaft. Kleiner Spoiler: Jedes Maar in der Eifel hat seinen ganz eigenen Reiz.

Auf einem schön angelegten Weg kann man den ganzen Vulkansee umrunden. Beim Blick über das Wasser fällt diese kleine Kapelle besonders ins Auge. Sie erinnert daran, dass dieses Maar einen unheimlich klingenden Beinamen trägt: Totenmaar. Das klingt, als würde sich dahinter ein düsteres Geheimnis verbergen. Tatsächlich erzählt der Name aber die Geschichte eines aufgegebenen Dorfes.


Die kleine Weinfelder Kapelle ist die ehemalige Pfarrkirche des Dorfes Weinfeld und zählt zu den ältesten Kirchen der Eifel. Das Dorf wurde im 16. Jahrhundert aufgegeben, nachdem die Pest die Bevölkerung schwer getroffen hatte. Der Friedhof wird bis heute von der Gemeinde Schalkenmehren genutzt. Auf ihn geht auch der Beiname Totenmaar zurück.
Wie dieser See zum Beinamen Totenmaar kam, ist schon spannend, noch spannender ist aber die Geschichte dieser Landschaft. Beim Rundgang um den See fällt es schwer zu glauben, dass diese Landschaft ihren Ursprung in einem gewaltigen Vulkanausbruch hat.

Beim letzten großen Ausbruch vor rund zwanzigtausend Jahren entstanden die Maare. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass das erdgeschichtlich betrachtet letzte Woche war? Der Vulkanismus in der Eifel ist nämlich nicht völlig erloschen – er ruht nur. Und das wird er nach Meinung der Experten wohl noch ein ganze Weile tun – erdgeschichtlich so bis nächste Woche.
Dass unter der Eifel noch immer etwas in Bewegung ist, begegnet einem an vielen Stellen. An einigen Maaren steigen Gasblasen aus dem Wasser auf, Mineralquellen sprudeln aus dem Boden und mit dem Geysir von Andernach gibt es sogar einen sichtbaren Beweis dafür, dass der Vulkanismus hier noch nicht Geschichte ist.
Aber zurück zu unserer Wanderung. Das dritte Maar um die Stadt Daun ist das Schalkenmehrener Maar. Das sehen wir im folgenden Bild mit dem hübschen Ort Schalkenmehren im Hintergrund, zum Greifen nah. Eigentlich sollte das die letzte Station unserer Wanderung werden. Bis hier hin waren wir zwei völlig unerfahrenen Wanderer aber bereits rund 7 Stunden gelaufen, weshalb wir die Wanderung hier beendeten. Und zurück zum Ferienhaus mussten wir ja auch noch.

Ich würde ja jetzt gern behaupten, die Vernunft hätte gesiegt, aber tatsächlich machten uns unsere Füße ganz unmissverständlich klar, dass wir für unsere erste Wanderung wohl etwas übertrieben hatten. Ohne die eigens für diese Reise gekauften Wanderschuhe wären wir aber wohl nicht so weit gekommen. Die Schuhe hielten wir damals übrigens für sehr teuer.

Wenn man aber bedenkt, dass eben diese Schuhe sechs Jahre und dutzende Wanderungen später immer noch im Einsatz sind, waren sie ihren Preis aber allemal wert. Am Abend dieses Tages waren wir allerdings erst einmal heilfroh, die Schuhe von den Füßen zu bekommen. Dass das Wandern einmal zu einem festen Hobby für uns werden würde, war damals noch nicht abzusehen.
Angezogen haben wir die Schuhe aber schon am folgenden Tag wieder, der Urlaub war ja noch nicht zu ende.
Der erste Teil dieser Wanderung führte uns zum Gemündener Maar —








Gut, dass wir noch bis nächste Woche Zeit haben.
Ja, ist irgendwie beruhigend, oder? 😉
Auf jeden Fall.
Immer wieder schön dort – danke für’s Mitnehmen und herzliche Grüße, Annette
Gern geschehen, uns hat es dort ausgesprochen gut gefallen.
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Ich habe es bei mir angezeigt.