Der See, auf den wir hier an einem trüben Junimorgen schauen, ist der Hengsteysee zwischen den Städten Dortmund, Hagen und Herdecke. Hergekommen sind wir für eine Wanderung um den ältesten der sechs Stauseen im Verlauf der Ruhr.

Unsere Wanderung beginnt am Kraftwerk Hengstey. Ein Laufwasserkraftwerk als Startpunkt, wenn man ums Wasser laufen möchte – passt.
Das Kraftwerk bildet den Abschluss des rund vier Kilometer langen Sees. Rechts im Bild sieht man ein Stück eines rot-weißen Absperrgitters. Wir ahnten hier noch nicht, dass dies ein Omen war.
Wir folgen zunächst der Straße am Seeufer. Und was hier einfach wie eine abgebrochene Felskante aussieht, ist tatsächlich etwas viel interessanteres:
Ein geologischer Aufschluss zeigt die verschiedenen Gesteinsschichten, die hier im Laufe der Erdgeschichte entstanden sind. Die dunklen Abschnitte sind Kohle. In dieser Region wurde lange Zeit, wie überall im Ruhrgebiet, Bergbau betrieben.
Nach diesem kleinen Exkurs in die Erdgeschichte werfen wir einen Blick zurück auf das Kraftwerk Hengstey.

Wir folgen weiter dem Uferweg und erreichen ein weiteres Kraftwerk. Das Köppchenwerk ist nicht nur das zweite Kraftwerk am Hengsteysee, es sind genau genommen sogar zwei Kraftwerke. Einmal der historische Teil, der 1994 stillgelegt wurde und unter Denkmalschutz steht. Direkt daneben befindet sich die modernere Anlage, die weiterhin in Betrieb ist. Von hier sieht man allerdings nur einen kleinen Teil der Anlage. Ein Bild des gesamten Kraftwerks gibt es später von der anderen Seeseite aus.

Ein weiterer Ausblick über den immer noch leicht nebelverhangenen Hengsteysee. Auf dem Rechten der beiden Hügel im Hintergrund stehen die Ruine der Hohensyburg und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Beides wollen wir uns bei dieser Wanderung anschauen.
Was man von hier aber schon gut sehen kann, ist ein Schlösschen am See: das ehemalige Rittergut Haus Niedernhof, sehr idyllisch im Nebel. Das wollten wir uns natürlich auch aus der Nähe anschauen.

Vom Köppchenwerk folgt man dafür einfach weiter dem Uferweg bis zum Schloss. Normalerweise. Nach einem kurzen Stück standen wir aber vor einem rot-weißen Absperrgitter: der Weg war infolge eines Erdrutsches gesperrt.
Wir mussten einen nicht besonders komfortablen Umweg durch den Wald nehmen, um näher an das Schloss und zurück auf den vorgesehenen Weg zu kommen. An dieser Stelle fielen uns zwei Dinge auf. Erstens: Gute Wanderschuhe erleichterten das Vorankommen in so einem Gelände ungemein. Zweitens: Unsere Kondition erschwerte das Vorankommen in so einem Gelände ungemein.

Nach dieser unfreiwilligen Klettertour standen wir bald wieder auf dem Uferweg. Von hier sahen wir ein kleines Stück vom Schloss und einen sehr schönen Bauzaun. Für etwas mehr Farbe im Bild sorgt ein rot-weißes Absperrgitter.
Bei dem Schlösschen gab es eine Brücke über die Ruhr, bevor sie zum Hengsteysee aufgestaut wurde. Der Mäuseturm auf einer kleinen Insel im See ist ein Brückenkopf dieses längst verschwundenen Bauwerks.

Laut Wanderkarte hätte es von hier aus folgendermaßen weitergehen sollen: kurz nach dem Schloss kommt man am See zum Gelände eines Kanuvereins. Dort biegt man nach links auf einen Waldweg ab und läuft in einem großen Bogen durch den Wald. Auf der Strecke gibt es einen Aussichtspunkt mit Blick auf den See, von dort geht es dann weiter bis zur Hohensyburgstraße in Dortmund.
Tatsächlich war es aber etwas umständlicher. Nach gut einem Kilometer war der Weg gesperrt. Auch die von uns gewählten Ausweichrouten endeten alle vor einem Absperrgitter.
Schließlich fanden wir einen Weg durch ein Wohngebiet, Absperrgitter waren nun endlich alle. So standen wir nach rund vier Kilometern Umweg endlich wieder auf der Hohensyburgstraße.
Den Aussichtspunkt mit Blick auf den See konnten wir ja leider nicht erreichen. Stattdessen gibt es hier einen Blick auf die Ruhr, die ist ja auch schön. Aufgenommen vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das in einem weiteren Beitrag ausführlicher gezeigt wird.

Das Denkmal steht übrigens bei der Ruine der Hohensyburg, zu der es ebenfalls einen eigenen Beitrag geben wird.
Wir wandern erstmal weiter um den See. Auf dieser Straße sind wir bereits am Denkmal und der Burg vorbei. Viel Verkehr gab es hier nicht. Im Hintergrund kann man erkennen, dass es hier auch gelbe Absperrgitter gibt.
Wir erreichen eine Brücke, über die wir auf das andere Seeufer wechseln. Hier schauen wir nun auf den Anfang des Hengsteysees.

Vom anderen Seeufer sehen wir wir Brücke, über die wir gerade gekommen sind und auf dem Hügel das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Auch das Köppchenwerk können wir von hier im Ganzen bewundern.

Das Haus Niedernhof ohne Nebel.

Und bald sind wir auch wieder am Kraftwerk Hengstey angekommen.

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal zeige in in diesem Beitrag —>
Die Kirche St. Peter und die Hohensyburg kannst Du hier entdecken —>
Hier gibt es die Wanderstrecke als interaktive Karte.
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Ein schöner Beitrag, vielen Dank. LG Marie
Oh, da war ich schon ein paar Mal ganz in der Nähe, auf dem Parkplatz an der A1.
Dieses Autobahngewirr um Hagen bringt mich beim Trampen (zur Fernuniversität und zurück) jedes Mal zur Verzweiflung. Schlimmer als Los Angeles.
Aber jetzt kommt ja bald das 49-Euro-Ticket…
Vielen lieben Dank. Du weißt, warum.
Gern geschehen, da kommt auch noch was nach.
Hallo Richard,
das ist ärgerlich, wenn durch einige Umleitungen der Weg um 4 Kilometer länger wird und einige Punkte ausgelassen werden müssen. Trotzdem war es offensichtlich eine schöne Wanderung.
Liebe Grüße, Harald
Eine sehr schöne Dokumentation. Über diesen See habe ich erst kürzlich in einem andern Blog etwas gelesen, aber nicht so ausführlich. An den Mäuseturm habe ich mich sofort wieder erinnert. Einen Mäuseturm gibt es ja auch in Bingen. Und anders als die Sage es wissen will, hat der Name nichts mit Mäusen zu tun. Sondern wohl etwas mit Maut/Zoll erheben oder so.
Liebe Grüße – Elke
Hallo Richard,
mir gefällt der Blick auf das Schlösschen über den See sehr gut und kann verstehen dass man das gerne ausgiebiger erkunden möchte und da ist es zum Haare raufen wenn man trotz Umwegen nicht zum gewünschten Blick kommt. Der Mäuseturm ist auch sehr interessant.
Viele Grüße Brigitte
Das früher mal total schicke Hotel mit der schönen Sandstein-Fassade und damals angesagter Disco ist leider nur noch eine Bau-Ruine mit Schrottwert. Wie etwas so runterkommen kann werd ich nie verstehen..
Die Tour ist schön beschrieben, ich glaube eine ähnliche bei Brigitte auf der Seite gesehen zu haben. Der Mäuseturm und das Rittergut sind ja Spitzen Motive. Schade das das Licht nicht so toll war, aber man muss es ja nehmen wie es kommt. Für Wanderer ist die Getaggte Tour mit Karte eine Riesenhilfe zum Nachmachen. Hast du dafür ein Plugin um datenschutztechnisch konform zu bleiben. Ich hätte da immer meine Bedenken.
Gruß Olaf
Für das Einfügen der Karte von Outdoor Active gibt es ein Plugin (OutdoorActive Embed). Wenn man das ohne Plugin lösen möchte, bietet Outdoor Active auch HTMl-Code zum Einfügen an. Man darf nur deren Logo nicht entfernen.
Zum Datenschutz: Auf den Einsatz solcher Karten und anderer Plugins wird in meiner Datenschutzerklärung hingewiesen (in Deiner übrigens auch, die stammt vom selben Anbieter ?).
Tolle Tour … die muss ich bei nächste Gelegenheit nachgehen 🙂
Schade das der Schloss (ich hab schon gedacht das alle Schlösser im Umgebung habe ich schon gesehen ) nicht von nähern zu sehen ist.
Aber man kann nicht alles haben 🙂
Tolle Bericht
Viele Größe czoczo
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